!!Die Räumung wird in den nächsten Tagen stattfinden!!

Das Haus wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag nicht geräumt!!
Aber die Situation ist weiterhin angespannt. Kommt vorbei und schlaft bei uns oder seid früh hier.

Aufruf
Tag X
Flyer
rechtliche Situation
Infrastruktur
Programm
Aktionskonsens


Aufruf


Poster_A4
Ab dem 11.11. rufen wir kurzfristig zu einer Aktionswoche gegen die Räumung der besetzten Brinkstraße 16/17 in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) auf. Eine einstweilige Verfügung und die Aussagen des Gerichtsvollziehers machen eine Räumung unseres Hauses in der nächsten Woche sehr wahrscheinlich. Geplant sind Aktionen, Workshops, ein Filmabend zu vergangenen Besetzungen, Küfa, Vorträge, sowie Bezugsgruppenfindung und wie immer natürlich Plena.
Kommt her und nutzt die Gelegenheit mit uns zusammen das Konzept des hier praktizierten „community supported squatting“ weiterzuentwickeln.

Unsere Ideen und eure können wir hier gemeinsam weiter denken.
Seid kreativ und vielfältig in der Vorbereitung eurer Aktion.
Macht Soliaktionen bei euch.

Also haltet euch bereit, kommt zahlreich und kämpft mit uns um das Haus und eine selbstorganisierte Stadt!
Räumungen verhindern in Greifswald und überall!


Tag X


Tragt euch vor Ort in die Telefonliste ein und abonniert unseren Twitter Ticker um schnell zu erfahren wann die Räumung ansteht. Meistens wird früh morgens gegen 4,5,6 Uhr geräumt. Also feiert nicht so lange und haltet euch fit.
Im Falle der Räumung wünschen wir uns das ALLE SOFORT herkommen und uns um das Haus herum unterstützen. Lasst die ganze Stadt wissen, dass eine Räumung kein Zuckerschlecken ist.


Flyer


aktualsierter Greifswald Flyer: Front Back
zum selbstausdrucken und kopieren:
aktionswoche_flyer_sw Aktionswoche_A6_schwarz weiß (pdf, 0,6MB)
aktionswoche_flyer_color Aktionswoche_A6_farbig (pdf, 1,6 MB)

Über das Projekt
Wir die „Brinke WG“ haben uns vor fünf Wochen diese Räume genommen um für eine soziale Wohnungspolitik zu kämpfen und die Ziele einer bürgerlichen Initiative („Brinkstraße 16/17 erhalten“) zu unterstützen, die sich schon seit anderthalb Jahren gegen den Abriss des Hauses für teure Eigentumswohnungen wehrt. Nachdem sie fast alle legalen Mittel , u.a. Tausch- und Kaufangebote, ausgeschöpft hatte, brachte die Besetzung viel neue Power und schuf eine neue Argumentationsbasis.
Für die Besetzung gab es viel Zuspruch in der Bevölkerung und durchweg positive Presse (siehe Pressespiegel). Fast täglich gibt es seitdem im Rahmen von Mahnwachen einen (offiziell nicht genehmigten) Stadtteiltreff mit Workshops, Lesungen, Konzerten und einem Mittagstisch. In und um das Haus ist viel los: Mittagstisch, Community supported agriculture, anarchistisch-feministisches Lesecafé, Linux Workshops, Bioladen, kollektiver Wohnraum und und und.

Wohnungsnot und neoliberale Stadtentwicklung
Neben der Nutzung durch selbstorganisierte Projekte war es uns wichtig, dass der bezugsfertige Wohnraum genutzt wird. Viele Anfragen wohnungsloser Menschen (Studierende, Arbeitslose, Mütter) erreichten uns, einige zogen kurzerhand ein. Dass diese Menschen bereit sind mögliche Repressionen in Kauf zu nehmen, verdeutlicht uns das Wohnungsproblem in dieser Stadt und die Notwendigkeit nach sozialem Wohnraum. Gerade zu Semesterbeginn finden viele neu ankommende Studierende keine Wohnung.
Dass ein CDU Politiker sich erdreistet ein „Willkommenskultur für Investoren“ zu fordern, reiht sich in die zahlreichen neoliberalen Zumutungen dieser Stadt ein: versuchte Privatisierung des kommunalen Wohnungsunternehmenes WVG, Kürzungen bei Kitas und im Sozialbereich, Verkauf von „Filetstücken“ am Hafen an Höchstbietende, Abriss historischer Gebäude. Natürlich ticken in einer kleinen Stadt wie Greifswald die Uhren anders, viele politische Prozesse laufen über Klüngel, aber es gibt auch einige Einflussmöglichkeiten für Bürger_innen. Dies ändert nichts daran, dass sich auch hier im kleineren Maßstab die Auswirkungen einer generellen Entwicklung zeigen, die in Städten wie Hamburg oder Berlin als Gentrifizierung unübersehbar ist.

Politik und Praxis
In den letzten Wochen fanden verschiedene von der WG organisierte Aktionen statt, unter anderem Wohnungsbesichtigungen, bei denen die Interessent_innen öffentlich und bewusst die Schwelle zum Hausfriedensbruch übertraten. Damit wollten wir Eigentumsdenken kritisieren, das Profitstreben über das Grundbedürfnis nach Wohnen stellt. Der Kampf um das Haus gab Anstoß zu einem ersten Vernetzungstreffen kultureller und sozialer Gruppen, die sich nun mit vereinten Kräften für eine selbstbestimmte Stadtgestaltung einsetzen wollen.
Wir sehen in dieser Besetzung die einmalige Chance diese illegalisierte direkte Aktionsform einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen und so auch im bürgerlichen Umfeld Anstöße zu einer Kapitalismus- und Eigentumskritik zu geben. Eine erfolgreiche Besetzung ermutigt viele zum Widerstand – eine erfolgreich verhinderte Räumung umso mehr!

rechtliche Situation


Der Bioladen im Erdgeschoss ist der letzte legale Mieter im Haus, alle anderen sind teilweise vor 1 1/2 Jahren schon ausgezogen. Eine Räumungsklage gegen ihn ist durch. Der Bioladenbesitzer legt Berufung ein, diese muss jedoch keine aufschiebende Wirkung haben. Es ist nur eine Frage der Zeit und Kulanz des Eigentümers, wann der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht. Ein Denkmalschutzantrag wurde abgelehnt, der Widerspruch gegen die Ablehnung läuft aber noch. Das Haus ist eines der wenigen gut erhaltenen Arbeiter_innenhäuser der Stadt mit typischen kleinen Wohnungen. Ein Abriss vor Abschluss dieses Verfahrens, würde das Verfahren an sich ad absurdum führen.
Die Brinke WG hat das Haus vor einem Monat besetzt. Seit Donnerstag (6.11.2014) gibt es eine einstweilige Verfügung, die die Besetzer_innen auffordert alle Räume außerhalb des Bioladens „geräumt herauszugeben“. Mögliche rechtliche Schritte werden derzeit geprüft. Nach Aussagen des Gerichtsvollziehers ist eine Räumung diese Woche möglich.
Die Besetzung hätte von Anfang an geräumt werden können. Da der Eigentümer aber scheinbar noch keine Strafanzeige gestellt hat, hat die Polizei noch nicht geräumt (Hausfriedensbruch wird nur auf Antrag verfolgt). Der Presse gegenüber ließ er mehrfach verlauten, dass er eine Eskalation vermeiden will. auf Gespräche lässt er sich bis jetzt leider dennoch nicht ein, obwohl es konkrete Tausch- und Kaufangebote seitens der Initiative gibt.

Infrastruktur


Das Haus ist bezugsfertig. Die meisten Räume sind mit Öfen ausgestattet, für einen warmen Schlafplatz ist also gesorgt. Es wird eine KüFa(Küche für Alle) und an einigen Tagen außerdem einen Mittagstisch geben. Es gibt auch einige „sichere“ Schlafplätze außerhalb, falls ihr nicht im Haus schlafen könnt/wollt. Verschiedene Wasch- und Duschmöglichkeiten sind in der Stadt vorhanden. Bitte bringt eure Isomatte und Schlafsack.
Ein EA (Ermittlungsausschuss = Meldung von Gefangennahmen usw.) ist eingerichtet.
EA: 0157-33730212
Infotelefon: 01575-8370152
Vor dem Haus befindet sich durch die Initiative „Brinke16/17 erhalten“ eine offiziell angemeldete Mahnwache.
Ein Programm für die nächsten Tage geht bald online.
Bitte lasst eure Hunde zu Hause, denn eine Räumungssituation ist für sie stressig und unter Umständen sehr gefährlich.
Falls ihr von außerhalb anreist, beachtet: die Polizei ist direkt nebenan, zwei Häuser weiter. Eine Karte folgt.
Benötigtes Material: Stoff für Transparente

Programm

Wir haben viel mit euch vor! Es soll, je nach Bedarf, jeden Tag ein vormittags Plenum/ Bezugsgruppenfindung geben, damit wir alle informiert in den aktivistischen Tag starten. Danach haben wir jede Menge Programm in Greifswald. Neben den verschiedenen Aktionen und Veranstalltungen im Rahmen der Aktionswoche, gibt es auch noch interessanten Input von den Entwicklungspolitischen Tagen, die sich unter anderem mit dem Thema Eigentum kritisch auseinandersetzen. Wir versuchen dafür zu sorgen, Mittags und Abends eine Küfa zu organisieren.

Leider ist unser Programm sehr vorläufig. Es wird in den nächsten Tagen noch Änderungen und Konkretisierungen geben, also bleibt informiert.

Dienstag

17:00-20:00h Martin-Lutherstraße 8
EP-Tage
“Die Welt ist ein Dorf” Ein Planspiel zum Thema Besitz und Verteilung mit Vortrag zu Patentrechten in der Medizin

21h Brinke 16/17
Filmabend
„9 Tage hinter Barrikaden“ September 1986 in Kopenhagen. Ein seit 3 Jahren besetztes Haus soll von der Polizei geräumt und anschließend abgerissen werden. Doch die Bewohner_innen wehren sich. Sie sind gut vorbereitet… und andere Filme

Mittwoch

17h Brinke 16/17
Haus bauen
Wir bauen ein Haus, dass im Stadtraum als interaktive Installation zum mitteilen eigener Wohngeschichten und Diskussion um Mietpreise, Wohnungssituation, kulturelle Freiräume genutzt werden kann.

19-21h Klex Infoladen „Analog“ (Lange Str. 14) – entfällt wegen Krankheit
EP-Tage
Gutes Geld – Böses Geld Wie funktioniert eine kapitalistische Wirtschaft? Welche Funktion hat das Geld darin? Es wird sich zeigen, dass ein anderes Geld an den gesellschaftlichen Missständen nichts ändert. Doch was für Möglichkeiten gibt es, Einfluss zu nehmen?

21h Brinke 16/17
Buchvorstellung – entfällt leider
„Fleischmarkt: Weibliche Körper im Kapitalismus“ »Man erwartet von uns, dass wir selbstbewusst auftreten und sexuell allzeit verfügbar wirken, aber wir sollen uns schämen und werden geächtet, wenn wir Arroganz, Ehrgeiz oder erotisches Verlangen zeigen.« Laurie Penny, Star der enslischen Blogger_innenszene, legt den Finger auf die Wunde. Der Spätkapitalismus brandmarkt den Körper von Frauen im Wortsinne er brennt sein Markenzeichen ein.

Donnerstag

18h Brinke 16/17
Vortag
„Komm in die Gänge!“
Am Donnerstag Abend findet in der Brinkestraße ein Erfahrungsaustausch mit der Initiative „Komm in die Gänge“ statt. In mitten des Zentrums von Hamburg haben Aktivist_innen und Künstler_innen geschafft ein ganzes Viertel zu besetzen. Statt der befürchteten Räumung ist es gelungen einen kreativen Ort zu schaffen, der nun seit 5 Jahren in Hamburg das „Recht auf Stadt“ proklamiert und ein nicht wegzudenkender Teil der Hamburger Kulturlandschaft geworden ist. Zwei Aktivisten erzählen von ihren Erlebnissen.
www.das-gaengeviertel.info

19h Ikuwo (Goethestr.1)
vegane Vokü
20.30h
EP Tage
Vortrag und Labellounge C3S – Die faire GEMA-Alternative

Freitag

12h Brinke 16/17
Tools for Action
Am Freitag ab 12 Uhr findet in der Brinkestraße ein praktischer Workshop zu den Möglichkeiten aufblasbarer Skulpturen (Inflatables) statt. Ob als symbolische Intervention im öffentlichen Raum oder als aktive Barrikade besetzter Freiräume ist alles denkbar.
www.toolsforaction.net

17Uhr Brinke 16/17
Stadtrundgang
Stadtentwicklung in Greifswald und alternative Kultur

19Uhr Nähwerkstatt Kabutze (Loefflerstr.44a)
EP-Tage
Vortrag Ernährungssouveränität – Perspektiven selbstbestimmter regionaler Ernährungspolitik

21h Brinke 16/17
Vortrag und Austausch
AKJ (Arbeitskreises kritischer Jurist*innen) Juristischer Input zu Aktionen und ihren repressiven Folgen.

Samstag

13h Aktionstag und voraussichtlich Demo

21h Brinke 16/17
Konzert
Thrill (HC)
+ Fed Up (Hardcorepunk) + Reisegruppe Morgenthau (Wandertagspop)

Sonntag

15h Brink 16/17
Initiative „Brinkstraße 16/17 erhalten!“
Nachbarschaftscafé mit Kaffee, Tee und lecker veganem Kuchen.

16h Brinke 16/17
anarchistisch-feministisches Lesecafé

17-22h Brinke 16/17
Diskussion
„community supported squatting“ mit Liveschaltung zu internationalen Aktivist_innen mit Pause und Essen
Um uns auch international besser zu vernetzen werden Aktivist_innen der Wohnraum- und Besetzerbewegung aus Poznan und Rom (angefragt) über die politische Situation in ihren Ländern und ihre Erfahrungen mit Besetzungen u.a. durch Flüchtlinge, Familien und gegen Zwangsräumungen reden.
Einen Fokus legen wir dabei auf eine breite Einbindung der Anwohner_innen über den subkulturellen Rahmen hinaus. Wie schaffen wir es Besetzungen wieder als legitime Aktionsform zu etablieren und darüber Kapitalismus- und Eigentumskritik zu vermitteln und Leute praktisch in ihrer Situation zu unterstützen.

17.15h und 20.15h CineStar (Lange Str. 40-42)
EP-Tage
Film Mietrebellen – Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt

Montag

17.15h und 20.15h CineStar (Lange Str. 40-42)
EP-Tage
Film Mietrebellen – Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt
Montag abend in Anwesenheit des Regisseurs
In den letzten Jahren hat sich die Hauptstadt rasant verändert. Wohnungen, die lange als unattraktiv galten, werden von Anlegern als sichere Geldanlagen genutzt. Massenhafte Umwandlungen in Eigentumswohnungen und Mietsteigerungen in bisher unbekanntem Ausmaß werden alltäglich. Die sichtbaren Mieterproteste in der schillernden Metropole Berlin sind eine Reaktion auf die zunehmend mangelhafte Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum.
Der Film ist ein Kaleidoskop der Mieterkämpfe in Berlin gegen die Verdrängung aus den nachbarschaftlichen Lebenszusammenhängen. Eine Besetzung des Berliner Rathauses, das Camp am Kottbusser Tor, der organisierte Widerstand gegen Zwangsräumungen und der Kampf von Rentnern um ihre altersgerechten Wohnungen und eine Freizeitstätte symbolisieren den neuen Aufbruch der urbanen Protestbewegung.
D 2014, 78 min, OmeU
Referent_in: Matthias Coers

17h Polly Faber (Bahnhofstraße 44)
EP-Tage
Besitz von Bits – über Daten auf Wanderschaft
19h
Mit den Freifunkern auf Datenreise – Wem gehört eigentlich dieses Internet, von dem immer alle reden?

21h Brinke 16/17
Vortrag
Einführung in den Anarchismus (angefragt)

Aktionskonsens


Zu erst wollen wir einen reflektierten Umgang mit der Situation vor Ort und dem politischen Anliegen der WG. Wir wollen nicht die Gesprächsbereitschaft des Eigentümers mit der Initiative gefährden, weil auch wir ein solidarischen Wohnraumkonzept wollen. Dennoch werden wir nicht warten und die Füße still halten um uns klammheimlich räumen zu lassen. Unsere Besetzung ist das einzige, was das Haus im Moment direkt vor dem Abriss schützt – sie muss verteidigt werden.
Die solidarische Basis, die wir in der Nachbarschaft geschaffen haben ist sehr wichtig für das Projekt – sie durch unüberlegte Aktionen zu verspielen wäre ein Schuss in den Ofen.
Wir kämpfen für den Erhalt des Hauses, deshalb wollen wir das die Substanz auf keinen Fall Schaden nimmt.

Wichtig ist uns, dass es keine Gewalt gegenüber Personen gibt und die Situation von uns aus nicht in dieser Weise eskaliert.

Dinge wie einen solidarischen Umgang, sowie kein Sexismus, keine Homophobie , keine Rassismus sollten klar sein.