Reaktionen auf die Besetzung

Wir wohnen nun seit 12 Tagen in der Brinke 16/17. Langsam ist hier Alltag eingekehrt, wir haben es uns gemütlich gemacht und freuen uns, dass die Initiative fast jeden Tag Veranstaltungen im Haus macht und Leben in die Bude bringt.
Zeit um euch mal an den zahlreichen positiven Reaktionen teilhaben zu lassen, die wir hier erhalten. Denn neben den durchweg positiven Pressereaktionen, die uns teilweise auch in einen internationalen Kontext stellen, sind es ja vor allem die zwischenmenschlichen Begebenheiten, die die eigene Wahrnehmung der Situation prägen.
Das sind die zahlreichen Autofahrer_innen, die im vorbeifahren hupend ihre Unterstützung zeigen; die Anwohner_innen die uns morgens auf dem Dach freudig winken (auf diesem Wege sorry an die eine Person, die das gestört hat); das sind die Kids, die im Garten gespielt haben und unsere Perücken als das sahen, was sie sind – harmlose Verkleidung; das sind die Journalistinnen, die uns mit ihren Überschriften super Banner-Vorlagen bieten; das ist der ältere vorbeirauschende Fahrradfahrer mit seinem „Lasst euch das Haus nicht wegnehmen“; das ist der bassige Besuch der Rosa Demo, trotz total kurzfristiger Anfrage; das ist die liebevolle Fanpost, die wir erhalten haben; und noch viele andere Situationen, die wir hier jetzt nicht alle beschreiben können.

All das zeigt uns: viele Leute wollen nicht, dass dieses Haus abgerissen wird. Und ein großes Problem mit der Aktionsform Besetzung scheinen sie auch nicht zu haben.

In der Brinkstraße ist ein lebendiger offener Treffpunkt entstanden, der von den unterschiedlichsten Menschen genutzt wird.
Wir fordern Eigentümer Schmidt auf, auf das Dialogangebot der Initiative einzugehen, wenn er sein Ansehen bei den Bürger_innen nicht komplett verspielen will.


2 Antworten auf „Reaktionen auf die Besetzung“


  1. 1 Klaus 19. Oktober 2014 um 11:53 Uhr

    Natürlich darf sich hier jeder seine Welt machen wie er möchte. Aber ich fürchte, die Realität wird Euch schneller einholen, als Euch lieb ist.

    Warum habt Ihr das Haus nicht gekauft, als es Euch angeboten wurde? Warum gebt Ihr Euch einen „sozialen“ Charakter und ignoriert gleichzeitig die Schwierigketen, die durch Euer Verhalten ausgelöst werden? Oder sind die Arbeitsplätze der Angestellten von Schmidt „Untermenschen“, die weil sie für Schmidt arbeiten, keinerlei Unterstützung benötigen. Irgendwie geht das für mich nicht auf.

  2. 2 Administrator 24. Oktober 2014 um 15:54 Uhr

    Die Initiative hatte durchaus versucht das Haus zu kaufen, jedoch nicht erfolgreich. (Das Vorziehen „seriöser“ aber abrisswilliger Investoren vor existierenden Nutzer_innen ist hier ja nichts neues – Straze usw.).

    Die Schwierigkeiten unseres Verhaltens ignorieren wir keineswegs. Vielmehr haben wir bisher nicht auf die Arbeitsplatz-Keule reagiert, weil sie uns im Zusammenhang des OZ Artikels als versuchte Totschlagargumentation ohne tatsächlichen Hintergrund erschien, wie sie in MV desöfteren üblich ist, wenn keine Argumente mehr bleiben. Wenn wir uns auf dieses Niveau hinabbegeben würden, wäre es einfach mit Arbeitsplätzen des Bioladens und entstehenden Arbeitsplätzen in den zuküftigen Werkstätten, Bäckerei usw. zu argumentieren – tun wir aber nicht. Der Baulöwe, der Schmidt vorgibt zu sein wird sein Unternehmen auch sicher nicht von einem Grundstück abhängig machen.

    Natürlich befürworten wir nicht, wenn ein profitorientierter Eigentümer sich gegen das Gemeinwohl verspekuliert und so die Entlassung seiner Arbeiter_innen riskiert.
    Muss er ja auch nicht – die Initiative hat den Tausch- und Kauf des Grundstückes angeboten, sogar mit Ausgleichszahlungen.

    Wir sind aber nicht diejenigen, die sich um die Wirtschaftlichkeit seines Unternehmens zu kümmern haben. Und nur weil wir etwas besetzen, können wir auch nicht mit einem Fingerschnipp die Widersprüche des Kapitalismus auflösen.

    Für die Angestellten von Herrn Schmidt wünschen wir uns einen Arbeitgeber, der ihre Arbeitsplätze nicht als Mittel in einem sturen Kampf benutzt oder sie in die Bredoullie bringt gegen die Bevölkerung des Viertels arbeiten zu müssen.

    Wenn Herr Schmidt sich doch für einen Verkauf/Tausch des Hauses entscheiden sollte, würden wir uns freuen, wenn hier seine Angestellten eine neue Beschäftigung in den Werkstätten finden könnten.

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